Google: Klage gegen Autocomplete-Funktion

Die automatische Suchergebnisvervollständigung von Google ist derzeit in aller Munde. Ist es erlaubt, dass Google einen prominenten Namen mit Gerüchten und Beleidigungen komplettiert? Eingeführt wurde die automatische Vervollständigung im Jahr 2009 aus Gründen der Sucherleichterung...

Entspricht der Vorschlag dem Gesuchten, kann man direkt darauf zugreifen. Die Vervollständigung erscheint oft schon nach Eingabe weniger Zeichen in die Suchleiste.

Bettina Wulff klagt derzeit gegen den Internetkonzern Google, da bei Eingabe ihres Namens automatisierte Zusätze aus dem Bereich Rotlichtmilieu angezeigt werden, die auf Gerüchten beruhen. Ebenso wird beispielsweise bei Philipp Lahm ein Zusatz zu einer sexuellen Orientierung angezeigt, die gleichweise nicht bestätigt ist. Auch manche Unternehmen sind von der Funktion betroffen, indem beispielsweise diffarmierende Zusätze angezeigt werden. Darf man Gerüchte via Suchmaschine verbreiten und somit scheinbar ewig erhalten?

Das Problem: Die Suchmaschine vervollständigt Anfragen auf Basis der vorherig gehäuften Eingabe von Usern. Nicht Google hat also die Zusätze "erfunden", sondern diese lediglich registriert. Die Google-Nutzer bestimmen also indirekt durch die Häufigkeit der Anfragen, welche davon es im Ranking in die Liste der Autovervollständigungsvorschläge schaffen. Ähnliche Autocomplete-Anzeigen gibt es im Übrigen auch bei manch anderer Suchmaschine wie bing oder MSN. 

Nun könnte Google theoretisch in die Vorschläge eingreifen, so wie bereits in der Vergangenheit geschehen und wie es bei extremen Fällen wie Pornographie, Gewalt, Hassreden und Urheberrechtsverletzungen auch in den Erklärungen zur Internetfunktion angegeben wird. Dies ist jedoch im Fall Wulff noch nicht geschehen. Der Ausgang bleibt abzuwarten.