Das Aus fr die Flatrate?

Die Nachricht erhitzt seit einiger Zeit die Gemüter: Die Telekom plant ihre DSL-Flatrate künftig abzuschaffen. Wer das Download-Limit erreicht, wird mit einer langsamen Verbindung "bestraft". Bedeutet dies das Aus für die Flatrate generell? Nicht nur bei Facebook brodelt und kocht es bei dem Gedanken daran.

Der Bonner Konzern Deutsche Telekom kündigte an, ab dem 02. Mai 2013 nur noch DSL-Anschlüsse mit Volumenbegrenzung anbieten zu wollen. Bei Überschreitung dieser Begrenzung wird automatisch die Geschwindigkeit verringert, und das merkbar stark. Neukunden des 16 Megabit-Tarifs mit 75 Gigabyte Volumen werden dann bei Überschreitung dieses Datenverbrauchs auf 384 Kilobit pro Sekunde heruntergedrosselt. Wer eine solche Drosselung vermeiden möchte, muss - wie bei Handyverträgen auch - draufzahlen.

Die Telekom begründet ihre Entscheidung zum einen mit der stetig wachsenden Internet-Datenmenge, die hin- und her gesendet wird. Vor allem große Datenmengen von Computerspielen, Filmen und Musik, die auf immer mehr Portalen zum Download angeboten werden, bilden das Gros. Der entsprechende Netzausbau verursacht zum anderen wachsende Kosten für den Konzern, an dem sich Viel-Downloader künftig beteiligen sollen.

Die 12 Millionen Bestandskunden seien laut Telekom nicht betroffen und können weiterhin ohne Volumenbegrenzung mit ihrer Flatrate surfen. Nur Neukunden beträfe die neue Regelung. An diesem Punkt wird jedoch bereits vielerorts darüber spekuliert, ob nicht auch künftig Bestandskunden neue Verträge mit der Klausel über die Begrenzung der Flatrates vorgelegt werden, sobald die Telekom zum Beispiel ihre Analoganschlüsse auf IP-Technologie umstellen würde. Dies könnte bereits 2016 der Fall sein, was dann mit dem Zeitraum übereinstimmen würde, den die Telekom nach eigener Aussage für die Umstellung auf die Volumentarife benötigt.

Auch in der Politik wurden kritische Stimmen laut. So ermahnte Verbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) den Konzern mit den neuen Tarifen "nicht übers Ziel" hinauszuschießen. Wirtschaftsminister Phillipp Rösler (FDP) gab der Telekom in einem Brief, der "Spiegel Online" vorliegt, u.a. zu bedenken, dass die Wahrung des offenen Netzes notfalls per Gesetz verankert werden müsse. Bei Facebook geht es hingegen weniger diplomatisch zu. Hier ist ein wahrer Shitstorm ausgebrochen. Nicht nur Telekom-Kunden sind aufgebracht.

Volumenbegrenzungen sind zwar kein Einzelfall auf dem Markt, auch andere Anbieter wie 1&1 oder Kabel Deutschland haben vertragliche Limits - jedoch weniger starke "Geschwindigkeits-Bremsen" -, aber die Telekom könnte dennoch mit ihrem beispiellosen Vorhaben das Aus für die klassische Flatrate einläuten.